Bomber stürzt in Gasthaus
Ein abgestürzter Bomber macht eine ganze Straße zum Flammenmeer. Der folgende Einsatzbericht der Wesselinger Feuerwehr schildert die mutigen Löscharbeiten inmitten detonierender Munition. „Am 11 Oktober 1941 um 3.40 Uhr traf die Bereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr in der Stärke einer Gruppe an der Unfallstelle ein. Ein brennend abgeschossenes Flugzeug war in die Adolf-Hiltler-Straße (Anm. d. Red.: heute Kölner Straße) gestürzt. Dabei hatte das Flugzeug die Hälfte eines Gasthauses abgerissen und entzündet. Von hier aus auf der Adolf-Hitler-Straße aufgeschlagen, explodierten die Benzintanks, was zu unmittelbaren Bränden der anliegenden Gebäude (Reederei Braunkohle und Privathäuser) führte.
Beim Eintreffen der Feuerwehr war die Straße und die angrenzenden Gebäude ein Flammenmeer. Die in dem Flugzeug befindliche Munition detonierte noch dauernd, so dass äußerste Vorsicht geboten war. Die Kleinmotorspritze der Freiwilligen Feuerwehr Wesseling wurde durch den Mut der Feuerwehrmänner in unmittelbarer Nähe der Einsatzstelle aufgestellt und so die ersten drei 5chlauchleitungen in schnellster Zeit verlegt, was einen sichtbaren Erfolg zeigte. Die Werkfeuerwehr der Reederei Braunkohle hatte in der Zwischenzeit die eigene Motorspritze vom Rhein aus angelegt und mit drei 5chlauchleitungen in die Brandbekämpfung eingegriffen Schon nach kurzer Zeit war das Feuer in jedem Gebäude eingedämmt und ein Übergreifen auf andere Gebäudeteile unmöglich, was bei der Reederei Braunkohle mit der angrenzenden Sattlerei, Schreinerei, Holzlager und Modelllager zu großen Verlusten hätte führen können.
Bombe gefunden Die restlichen Arbeiten mussten mit äußerster Vorsicht verrichtet werden, da in Teilen des Flugzeuges eine noch nicht detonierte Bombe gefunden wurde, die am Nachmittag gesprengt wurde. Bei allen eingesetzten Kräften war ein tadelloses Verhalten und der letzte Einsatz ihrer Kraft festzustellen, was den schnellen Erfolg zeigte. Schon 200 bis 300 Meter von der Unfallstelle entfernt flogen durch die Detonationen fortgeschleuderte Teile über die Straße, so dass jeder sich nach Möglichkeit Deckung suchte. Die unten genannten Männer störten sich an nichts, und zogen die Spritze weiter. Etwa 30 Meter von der Unfallstelle entfernt liegt der nächste Hydrant, an dem die Männer sofort anlegten, trotzdem auch jetzt noch dauernde Detonationen von Gewehrmunition stattfanden und es um dieselben herum zischte und pfiff. Durch diese Männer mitgerissen legte sich nun kein Mensch mehr Zurückhaltung auf, so dass der schnelle und sichtbare Erfolg viel dem Mut dieser Männer zu verdanken ist.“ Quelle: Festschrift zum 125jährigen Bestehen des Löschzuges Wesseling

