Ich sah Wesseling schon in Flammen stehen

Ein Starfighter stürzt brennend am 13.Oktober 1967 auf den Eichholzer Acker — 20 Meter von der Wohnbebauung entfernt. Der Pilot konnte sich fast unverletzt mit dem Fallschirm retten.

Major Hans Sonntag flog gerade über Wesseling Richtung Fliegerhorst Nörvenich, als sein Starfighter Feuer fing und außer Kontrolle geriet. Die Maschine raste genau auf die Häuserreihe am Eichholzer Acker zu. „Ich sah Wesseling schon in Flammen stehen“, sagte der Pilot, der den Jagdbomber noch nach rechts unten auf den Acker zu steuerte, bevor er den Schleudersitz betätigte.

Das brennende Flugzeug schlug auf dem Acker hinter Schloss Eichholz auf, und rutschte noch 150 Meter weit. Dabei zog das Wrack eine Feuerwand hinter sich her. Einige Flugzeugteile schossen genau auf einen jungen Kölner zu, der gerade auf der nahen Landstraße unterwegs war, und blieben nur fünf Meter vor ihm im Straßengraben liegen. Der Mann erlitt einen Schock und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Bild der EinsatzstelleDer Feuerwehr blieb kaum Löscharbeit übrig: der verbliebene Brennstoff war sehr schnell abgebrannt. Bis zum Eintreffen der Militärpolizei wurde die Absturzstelle gesichert. Major Hans Sonntag kam glimpflich davon: Er erlitt lediglich eine Platzwunde am Hinterkopf. Doch das war großes Glück, denn seine Überlebenschancen waren nur noch sehr gering, weil er erst absprang, als er sicher sein konnte, dass seine Maschine nicht auf die angrenzenden Häuser stürzen würde. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich in einer Höhe von nur noch hundert Metern. „Ich habe nicht mehr als meine Pflicht getan“, so der Pilot. Nach seiner Behandlung im Krankenhaus ließ er sich zur Absturzstelle zurückbringen.





Lockheed F 104 Starfighter

Erster Flug: 7.Februar 1954
Spannweite: 6,7 m
Höhe: 4,1 m
Kampgewicht: 11,271 Tonnen
Leergewicht: 6,071 Tonnen
Geschwindigkeit: 2,2 Mach
Schub: 4,99 Tonnen
Reichweite: 3950 Kilometer

Quelle: Festschrift zum 125jährigen Bestehen des Löschzuges Wesseling