Brandschutzerziehung

 Aus dem Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG)

§ 3 Aufgaben der Gemeinden

(5) Die Gemeinden sollen ihre Einwohner über die Verhütung von Bränden, den sachgerechten Umgang mit Feuer, das Verhalten bei Bränden (Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung) und über Möglichkeiten der Selbsthilfe aufklären.


Statistiken der Kriminalpolizei und der Versicherer (Provinzial) sagen aus, dass etwa jeder dritte Brand durch Kinder verursacht wird!


Damit sind aber nicht nur Fälle gemeint, in denen Kinder mutwillig zündeln. Auch Brände, die durch unsachgemäßen Umgang mit Feuer entstehen oder sich ausbreiten können, fallen in dieses Ressort.

Also soll durch Brandschutzerziehung eine Reduzierung dieser Brände erreicht werden.

Die Erfahrungen von Feuerwehren und Versicherungen zeigen aber auch, dass gerade die Erwachsenen erhebliche Defizite im Brandschutzbewusstsein haben. Diese Defizite können in folgende Bereiche eingeteilt werden:
 

  • - Erkennen und Beurteilen von Brandgefahren
  • - Beurteilen der Wirkung von Feuer und Rauch
  • - Kenntnisse über Brandschutzeinrichtungen
  • - Kenntnis über geeignete Verhaltensweise bei Feuer

 

Eine systematische Brandschutzaufklärung der Bevölkerung wäre nötig. Da dies aber nur sehr schwer realisierbar wäre, ergibt sich die Notwendigkeit, zumindest bei den Kindern anzufangen.


Die Aufgabe der Brandschutzerziehung wird von den ehrenamtlichen Mitgliedern der einzelnen Löschzüge wahrgenommen. . Die zuständigen Mitarbeiter besuchen diese Kindergärten und Schulen und vermitteln dort den Kindern die Gefahren des Feuers.


Die Kinder haben erste Kontakte mit Feuer und Zündmitteln. Der kontrollierte Umgang mit diesen wird ihnen aber meist strikt verboten:

 

“Messer, Gabel, Schere, Licht, sind für kleine Kinder nicht!”

 

Derartige Verbote sind aber eher der Anreiz, Zündmittel heimlich zu erproben. Nicht selten kommt es dann zu Einsätzen der Feuerwehren. Mit Kindern muss der richtige Umgang mit Zündmitteln geprobt werden, bis ein sicherer Umgang gewährleistet ist. Sie lernen ja auch frühzeitig mit Messer und Gabel zu essen, und im Kindergarten wird bei Bastelarbeiten nicht selten mit der Schere gearbeitet. Indem Kinder, unter Anleitung von Erwachsenen, Zündmittel erproben dürfen, noch dazu in der Gruppe von Gleichaltrigen, verlieren diese schon fast ihre magische Anziehungskraft. Es ist zu erwarten, dass durch eine derartige Brandschutzerziehung die Zahl der - mehr oder weniger mutwilligen - Brandstiftungen zurückgeht.

 

Leider lässt es sich, trotz vieler Vorsichtsmaßnahmen, nicht vermeiden, dass es zu Bränden kommt. Somit sollten Kinder ab 4 Jahre schon Grundsätze erlernen, wie sie sich im Falle eines Brandes im Haus zu verhalten haben.

 

Sie überschätzen ihre Fähigkeiten und unterschätzen die Gefahr, in der sie sich befinden. Kinder müssen lernen, im Gefahrenfalle entgegen ihrem Instinkt zu handeln. Sie wollen sich bei Gefahr oder aufkommender Panik verstecken. Bei Feuer und vor allem Rauch, ist Flucht der einzige Weg, sein Leben zu retten.

 

Neben der Möglichkeit, sich selbst zu retten, sind Kinder durchaus in der Lage, andere auf sich aufmerksam zu machen. Sie können Geschwister, Eltern und auch Nachbarn verständigen, um vor Gefahr zu warnen oder Hilfe zu holen.

 

Viele Kinder sind bereits im Kindergartenalter mit dem Umgang des Telefons halbwegs vertraut. Das Wissen ihres Namens und ihrer Adresse in Verbindung mit dem Auswendiglernen der Notrufnummer versetzt sie sogar in die Lage, gegebenenfalls einen Notruf an Feuerwehr oder Polizei abzusetzen.

 

Die Kinder sollen aber nicht überfordert werden. Die Informationen über das Thema Brandschutzerziehung sollen ihnen langsam und spielerisch zugeführt werden. Das erfordert Zeit und Einfühlungsvermögen. Ein Feuerwehrmann, der ein- bis zweimal im Jahr in den Kindergarten kommt, hat diese Voraussetzungen nicht. Das hauseigene Personal der jeweiligen Einrichtung ist auf diesem Gebiet sehr viel vertrauter und kennt die Kinder. Damit können sie sich bei Bedarf mit manchen Kindern intensiver auseinandersetzen. Auf diesem Wege ist auch eine regelmäßige Wiederholung der einzelnen Unterrichtseinheiten möglich. 

 

Für die Brandschutzerziehung im Rhein-Erft-Kreis ergibt sich somit folgende Arbeitsaufteilung:

 

In regelmäßigen Abständen sollen die Betreuer/innen mit den Kindern das Verhalten im Brandfall anhand des Posters (bzw. der Faltblätter) erlernen und nachspielen.

Unabhängig davon wird es zur Pflicht für jede Einrichtung, mindestens zweimal im Jahr eine Räumungsübung durchzuführen. In Anlehnung an die gesetzlich vorgeschriebenen Schulalarmproben wird mindestens eine Räumungsübung des Kindergartens von der Feuerwehr begleitet bzw. beaufsichtigt. Dabei werden Fehler oder Missstände erkannt und gemeinsam versucht diese zu beseitigen.

 

Einmal im Jahr kommt die Feuerwehr dann zum Kindergarten. ( Dazu im Folgenden “Der Feuerwehrmann im Kindergarten” )

 

Ebenfalls einmal im Jahr kommen die Vorschulkinder die Feuerwache besichtigen. Während des Besuches der Feuerwache sollen sie nicht nur die Räume der Wache „sehen”, sondern auch bestimmte Arbeitsabläufe kennenlernen. Im Kindergarten haben sie gelernt, einen Notruf abzusetzen. Auf der Feuerwache wollen wir ihnen eine Notrufbearbeitung zeigen.