Ein aufgeregter Wesselinger Bürger hatte zunächst die Wasserschutzpolizei alarmiert. Die zuständigen Beamten sprangen sofort in ihr Schnellboot und rasten zur Unglücksstelle. Sie kamen gerade noch rechtzeitig, um den jungen holländischen Schiffer Jan Boltjes aus dem öligen Wasser des Hafenbeckens zu fischen. Die Explosion hatte ihn vom Kai geschleudert, wo er die Leinen der zum Schubschiffverband „Etna“ gehörenden „Chemgas 10“ lösen wollte . „Ein riesiger Schwall Wasser schoss auf mich zu und riss mich plötzlich ins Wasser“, sagte der Gerettete später. Sein Kollege Pieter De Fries hatte dagegen kein Glück: Der 24-Jährige wurde im Maschinenraum von herabfallenden Eisenträgern eingeklemmt. Tage später konnte er nur noch tot geborgen werden.

180 Feuerwehrleute im Einsatz
 
Bild der ChemgasUngeachtet der drohenden Explosionsgefahr machten sich die herbeigerufenen Feuerwehren gleich an die Arbeit. Sie kamen aus Wesseling, Rodenkirchen, den Rheinischen Olefin Werken (ROW) und der Shell Raffinerie. Zwei Feuerlöschboote der Kölner Berufsfeuerwehr unterstützten das Wesselinger Löschschiff bei der Bekämpfung des Brandes. Insgesamt beteiligten sich aus dem ganzen Umland 180 Feuerwehrleute, 46 Fahrzeuge kamen zum Einsatz. Weil rechtzeitig Katastrophenalarm ausgelöst wurde, konnte die Bezirksregierung schnell große Mengen Schaummittel zur Verfügung stellen, die wesentlich zur Sicherung der Einsatzstelle beitrugen.

Die Löscharbeiten gestalteten sich derweil schwierig: Die Wasserkanonen mussten an die Löschboote angeschlossen werden, denn auf der Nordseite des Hafens gab es keine Hydranten. Bald waren zehn Löschkanonen auf das brennende Schiff gerichtet. Doch mit den 800 Liter die jede Kanone pro Minute verschoss, war wenig auszurichten. Deshalb wurden bei der Bonner Berufsfeuerwehr größere Turbinenspritzen angefordert, die bis zu 4000 Liter in der Minute bewältigten.

Auf Anraten von Experten wurde das Achterschiff und die benachbarten Kammern gekühlt und in einen ständigen Wassermantel gehüllt, um weitere Explosionen zu verhindern. Die Feuerwehr riegelte außerdem das Nordbecken des Hafens mit einer Schwimmbarriere ab und deckte die Wasseroberfläche mit einem weiten Schaumteppich zu. Damit sollte verhindert werden, dass sich ausgetretenes Öl entzünden konnte. Die Taktik: die beschädigte Kammer ausbrennen lassen und die übrigen fünf zu sichern — zum Teil mit chemischen Löschmitteln. Eine langwierige Aktion, denn Tage später brannte der Tanker noch immer. Nach wie vor waren wechselweise 80 Feuerwehrleute im Einsatz, die ROW versorgte die Helfer mit Essen und Trinken über Feldküchen und Zelten.

Mit Geduld und Spucke

Obwohl die Explosionsgefahr noch nicht gebannt war, bestieg der Schiffseigner mit drei Feuerwehrleuten unter schwerem Atemschutz das Wrack. Ergebnis: vier Gaskammern waren noch intakt, die anderen zwei beschädigt. Erst am Ostermontag konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht, jedoch noch nicht gelöscht werden.

Am 12. April um 13.35 Uhr kam dann endlich die beruhigende Nachricht: „Feuer aus!“

Quelle: Festschrift zum 125jährigen Bestehen des Löschzuges Wesseling

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